Release Notes für siduction 2022.1 »Masters of War«

Während der Feiertage präsentieren wir euch unsere neue Veröffentlichung siduction 2022.1. Diese Ausgabe hat aus naheliegenden Gründen den Codenamen »Masters of War« erhalten. Dieser geht auf einen gleichnamigen Song von Bob Dylan aus dem Jahr 1962 zurück. Diejenigen, die uns schon eine Weile begleiten, werden sich daran erinnern, dass wir früher Rocksongs als Codenamen für unsere Veröffentlichungen verwendet haben. Nun, heute kehren wir zu dieser Tradition zurück. Das Hintergrundbild dieser Veröffentlichung kombiniert das Artwork für Debian GNU/Linux 12 »Bookworm« mit diesem Bob Dylan-Song, der heute noch so aktuell ist wie 1962.

User und Passwort für die Live-Session lauten siducer/live.

Desktop-Umgebungen

Nachdem das aus dem Weg ist, kommen wir gleich zur Sache. »Masters of War« hat einige neue Features zu bieten, die ihr hoffentlich spannend genug findet, um sie auszuprobieren. Aber bevor wir dazu kommen, wollen wir uns den Grundlagen zuwenden. »Masters of War« verwendet Linux 6.1 als Kernel und bietet Images mit KDE Plasma, LXQt, Xfce, Xorg und noX. Wir werden weiterhin periodisch inoffizielle Builds für GNOME, Cinnamon und MATE auf testbuilds.siduction.org anbieten.

KDE Plasma ist in der Version 5.26.4 am Start, begleitet von KDE Frameworks 5.101 und KDE Gear 22.12. Xfce 4.18 wurde vor etwa 2 Wochen veröffentlicht, und wir freuen uns, dass wir es in unser Release aufnehmen können. LXQt steht bei v1.2.0.

Warum wir nicht mehr so viele Desktops ausliefern wie früher

Solltet ihr euch fragen, warum wir GNOME, Cinnamon oder MATE nicht mehr ausliefern, dann ist der Grund schnell erklärt: Wir haben im derzeitigen Team weder die Zeit noch das entsprechende tiefergehende Wissen, um diese Desktop-Umgebungen in dem Zustand zu halten, den sie verdienen, um für euch veröffentlicht zu werden. Wenn ihr meint, dass siduction einen dieser Desktops wieder ausliefern sollte, und ihr die Ressourcen habt, uns dabei zu helfen, sind wir mehr als glücklich, euch auf jede mögliche Weise zu unterstützen.

Generell gilt: Siduction ist auch das, was ihr daraus macht, denn wir sind ein Community-Projekt. Und mit unserem kleinen Team sind wir meistens in der Situation, dass wir unseren Nutzern gerne mehr bieten würden. Egal, ob du Ideen hast, clevere Lösungen für ein persönliches Problem oder schönes Artwork, das auf deiner Festplatte verstaubt – das ist deine Chance, bei uns mitzumachen und etwas beizutragen!

Der Einstieg könnte nicht einfacher sein:

  • Werft einfach alles, was euch in den Sinn kommt, in den Bereich Ideen & Verbesserungen.
  • Zeigt unter Art & Design, was ihr gemalt oder zusammengebastelt haben, um euer System noch individueller zu gestalten.
  • In unserem Handbuch könnt ihr euch über Fehler und Tippfehler hermachen.
  • Wenn ihr gerne mit Projektmanagement arbeitet, öffnet Issues oder sogar Pull Requests auf GitHub.

Wenn ihr nicht sicher seid, wo ihr etwas ablegen sollt, oder wenn ihr euch mit anderen Nutzern austauschen möchtet, ist es immer einfach, dem IRC oder den angeschlossenen Matrix-Räumen beizutreten. Bleibt einfach in der Nähe, wir sind nett!

Was ist neu bei 2022.1?

siduction Chroot Helfer

Wir haben dieses Mal ein paar interessante neue Tools für euch, die ihr testen könnt. Ein neues und sehr hilfreiches Tool ist auf dem Live-Image zu finden. Es versteckt sich hinter dem Icon siduction chroot helper. Wenn wir uns fragen, ob wir die Befehle zum Starten einer chroot aus dem Stegreif kennen, werden die meisten von uns mit »nein« antworten müssen. Wenn ihr also das nächste Mal euer System reparieren müsst, weil ihr euer Passwort verloren hat oder ein fehlerhafter Eintrag in /etc/fstab systemd dazu bringt, das Booten zu verweigern, startet ihr das Live-Image und klickt auf dieses Symbol. Ihr werdet aufgefordert, die Partition auszuwählen, und nach einer Sicherheitswarnung werdet ihr in die entsprechende Installation umgeleitet.

Nala

Nala ist ein relativ neues Frontend für Debians Paketmanager-Frontend apt. Es fungiert als Drop-in-Ersatz, was bedeutet, dass ihr die Befehle, die ihr von apt gewohnt seid, auch mit Nala verwenden könnt. Apt erledigt den Job zwar gut, ist aber weder schnell noch sehr benutzerfreundlich, wenn es um die Ausgabe der Informationen geht.

Nala wirkt im Vergleich dazu wie apt auf Steroiden. Es ist schneller, weil es parallele Downloads verwendet, hat eine bessere Ausgabe, die benutzerfreundlich präsentiert wird. Außerdem hat es eine History-Funktion, die von Fedoras Paketmanagement dnf übernommen wurde. Ihr könnt nala sofort ausprobieren und, wenn es euch nicht gefällt, jederzeit zu apt zurückkehren. Ihr könnt auch beide abwechselnd benutzen. Eine gute Einführung zu nala findet ihr auf der Webseite von Linuxiac. Unser Handbuch bietet ergänzend eine detaillierte Beschreibung von nala.

nala update
nala update
'nala upgrade'

blah

nala zeigt mehr und besser strukturierte Informationen
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Snapper

Schnappschüsse des laufenden Systems, zu denen ihr zurückrollen könnt, gibt es in Distributionen wie openSUSE mit btrfs oder den BSDs mit Snapshots per zfs schon seit vielen Jahren. Wenn ihr bisher ext4 verwendet und Timeshift nutzt, erhaltet ihr ein ähnliches Ergebnis, seid aber in euren Möglichkeiten gegenüber btrfs mit snapper eingeschränkt.

Daher haben wir in unserer neuen Veröffentlichung Snapper integriert, um Snapshots zu verwalten, wenn man siduction auf btrfs installiert. Wir haben dazu eine detaillierte Anleitung für unser Handbuch geschrieben. Grundsätzlich erstellt das System einen Snapshot vor und nach jeder Aktion, die man mit apt (oder nala) durchführt, den man bei Bedarf über ein GRUB-Modul beim Systemstart wiederherstellen kann. Man kann Schnappschüsse auch beim Booten oder manuell erstellen. Darüber hinaus kann man auch einzelne Pakete zurückrollen. Es gibt eine ganze Reihe von Optionen, wie ihr bemerken werdet, wenn ihr unseren Abschnitt über Snapper im Handbuch lest. Ein praktischer Schnellstart ist bei SpiralLinux nachzulesen, die den gleichen Mechanismus verwenden. Snapper bietet mit snapper-gui auch eine grafische Schnittstelle, wir finden aber, dass sie mit den Optionen in der Konsole nicht mithalten kann.

'snapper list' shows all snapshots
In GRUB you choose the snapshot you want to roll back to
previous arrow
next arrow
 

Non-free and Contrib:

Die folgenden non-free und contrib Pakete sind standardmäßig installiert:

Nonfree:

amd64-microcode – Processor microcode firmware for AMD CPUs
firmware-amd-graphics – Binary firmware for AMD/ATI graphics chips
firmware-atheros – Binary firmware for Atheros wireless cards
firmware-bnx2 – Binary firmware for Broadcom NetXtremeII
firmware-bnx2x – Binary firmware for Broadcom NetXtreme II 10Gb
firmware-brcm80211 – Binary firmware for Broadcom 802.11 wireless card
firmware-crystalhd – Crystal HD Video Decoder (firmware)
firmware-intelwimax – Binary firmware for Intel WiMAX Connection
firmware-iwlwifi – Binary firmware for Intel Wireless cards
firmware-libertas – Binary firmware for Marvell Libertas 8xxx wireless car
firmware-linux-nonfree – Binary firmware for various drivers in the Linux kernel
firmware-misc-nonfree – Binary firmware for various drivers in the Linux kernel
firmware-myricom – Binary firmware for Myri-10G Ethernet adapters
firmware-netxen – Binary firmware for QLogic Intelligent Ethernet (3000)
firmware-qlogic – Binary firmware for QLogic HBAs
firmware-realtek – Binary firmware for Realtek wired/wifi/BT adapters
firmware-ti-connectivity – Binary firmware for TI Connectivity wireless network
firmware-zd1211 – binary firmware for the zd1211rw wireless driver
intel-microcode – Processor microcode firmware for Intel CPUs

Contrib:

b43-fwcutter – utility for extracting Broadcom 43xx firmware
firmware-b43-installer – firmware installer for the b43 driver
firmware-b43legacy-installer – firmware installer for the b43legacy driver
iucode-tool – Intel processor microcode

Non-Free Inhalte entfernen

Momentan bietet der Installer keine Möglichkeit, Pakete abzuwählen, die nicht mit den DFSG, den Debian-Richtlinien für Freie Software, übereinstimmen. Das bedeutet, dass Pakete wie etwa unfreie Firmware standardmäßig auf dem System installiert werden. Der Befehl vrms wird diese Pakete für dich auflisten. Du kannst nicht erwünschte Pakete manuell deinstallieren oder sie alle entfernen, indem du vor oder nach der Installation apt purge $(vrms -s) eingibst. Andernfalls kann später unser Skript remove-nonfree dies für dich tun.

Installationshinweise und bekannte Probleme

Wenn ihr eine bestehende Home-Partition (oder eine andere Datenpartition) wiederverwenden möchtet, solltet ihr dies nach der Installation und nicht im Calamares-Installer tun.
Bei einigen Intel-Grafikprozessoren auf einigen Geräten kann es vorkommen, dass das System kurz nach dem Booten in Live eingefroren ist. Um dies zu beheben, müsst ihr den Kernel-Parameter intel_iommu=igfx_off setzen, bevor ihr erneut bootet.

Credits für siduction 2022.1

Core Team:

Torsten Wohlfarth (towo)
Hendrik Lehmbruch (hendrikL)
Ferdinand Thommes (devil)
Vinzenz Vietzke (vinzv)
Axel Konrad (akli)

Früher haben beigetragen:

Alf Gaida (agaida) (eaten by the cat)
Axel Beu 2021†
Markus Meyer (coruja)

Code, Ideen und Unterstützung:

der_bud
se7en
davydych

Vielen Dank an alle Beteiligten!
Wir möchten uns bei euch, bei allen Testern und all den Menschen bedanken, die uns über die Jahre hinweg unterstützt haben. Dieses Release ist auch dein Verdienst. Wir möchten zudem Debian danken, da wir damit auf den Schultern von Giganten stehen.
Und nun viel Spaß!

Im Namen des siduction-Teams:

Ferdinand Thommes

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